Anzeichen die auf eine Erkrankung hinweisen können:

  • Scheuern an Folie, Steinen oder anderen Gegenständen
  • Entzündete Schuppen oder Flossenfraß
  • Springen
  • Schuppenverlust
  • Angezogene Brustflossen bzw. klemmen der Brustflossen
  • Lochfraß
  • Hauttrübungen, Hautveränderungen, Schleimhautverlust, Hautverfärbungen
  • Glotzaugen oder eingefallene Augen
  • Schnellatmung, Schnappatmung
  • Futterverweigerung, Gewichtsverlust
  • Spucken
  • Kiemenschwellungen
  • seltsame Schwimmbewegungen
  • Kiemenschädigungen
  • Absonderung
  • Verpilzungen
  • getrübte Augen
  • abstehende Schuppen
  • Kotveränderungen
  • kompl. Schuppensträube
  • Deformationen bzw. diverse Tumorbildungen

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CEV – meine bisherigen Erfahrungen und meine persönliche Meinung:

Ich war ja am 1. Mai 2015 in Berlin beim Treffen der Gruppe EAFP.

Dabei war CEV vorgestellt durch die TiHo erstmals ein Thema. Bei den ausführlichen Schilderungen von Frau Dr. Schrörs und Herrn Bachmann über die Symptome und den Verlauf von CEV erinnerte mich alles an das frei bezeichnete Energiemangelsyndrom (EMS).

Übrigens nicht nur mich. Dr. Werner Hoedth aus Rosenheim, der neben mir saß, sah mich an und wir sagten einstimmig: „Die reden doch von EMS, oder?“

Anfang Mai 2015, also in der Zeit meiner alljährlichen Routine-Frühjahrsuntersuchungen, waren – wie auch die Jahre zuvor – Fische mit fauligen Kiemen und defekten Schleimhäuten an einigen Teichen vorzufinden. In solchen Fällen rate ich situationsabhängig schon immer zu Salz oder zu Chloramin-T jeweils als Kurzzeit- oder Langzeitbad. Aufgrund der Infos aus Berlin entnahm ich – wenn die Tierbesitzer damit einverstanden waren – bei betroffenen Fischen Kiemengewebe und sendete es an die Fachabteilung der TiHo oder seit letzten Herbst auch an Tauros-Bielefeld. Mit dem Ergebnis, dass diese Einsendungen in den aller meisten Fällen positiv waren. Quasi eine sehr, sehr hohe Trefferquote. Als Referenz für mich selbst sendete ich auch Proben von unauffälligen Teichen. Mit dem Ergebnis, dass hier die Proben überwiegend negativ waren.

Nach diesen ersten Erfahrungen und weil mich die positiv betroffenen Teichbesitzer nach dem positiven Befund mit Fragen löcherten, wollte ich mehr über CEV wissen und stolperte im Internet immer wieder über die Bezeichnung „Schlafkrankheit“.

Nun mach ich meinen Job schon ein paar Jahre und so sind mir die Schlafkrankheit und deren optische Symptome nicht fremd. Eine Ähnlichkeit der Symptome der Schlafkrankheit und CEV sehe ich allerdings nicht gegeben.

Die Schlafkrankheit ist mir hauptsächlich bei Neuimporten (1-jährige, selten 2-jährige Koi) in Händlerbecken bekannt. Abliegen und Seitenlage, wie man sie zum Beispiel auch bei hohen Ammoniak-Konzentrationen sieht. Mir ist kein Fall bekannt, bei dem Kiemennekrose, Schleimhautablösungen, eingefallene Augen usw. als typisch zutreffend für die Schlafkrankheit wären. Etwas Salz und Wärme löst das Problem recht rasch und verlustfrei.

Im Herbst 2015 erhielt ich einen Anruf von Dr. Teitge der TiHo. Ich habe mich mit ihm über das Thema unterhalten und nach einigem Nachhaken konnte ich seinen Worten entnehmen, dass das mit CEV = Schlafkrankheit keinesfalls belegt ist und doch auf wackligen Beinen steht. Es könnte im Grunde alles Mögliche oder auch was ganz Neues sein.

Aber – „Schlafkrankheit“ steht auf dem positiven Befund der TiHo und hierin verbirgt sich ich ein in meinen Augen großes Problem:

Sorge sehe ich weniger bei privaten Kundenteichen. Sorge sehe ich vielmehr in Bezug auf die Koi-Händlern, welche nach auffälligen Problemen und auch teils starken Verlusten bei Frühjahrs-Neuimporten ebenfalls positiv getestet wurden. Das Problem liegt darin, dass diese nach der Übermittlung des positiven Befundes der TiHo ebenfalls im Internet nach Infos zu CEV suchen, dann auf die Schlafkrankheit stoßen und wie folgt reagieren: „Ach Schlafkrankheit ist harmlos – kennen wir schon, wir verkaufen und verschweigen den Befund“.

 

Mein persönliches Fazit: CEV hat nix mit der Schlafkrankheit zu tun. Eventuell mit EMS. Vielleicht ist es aber auch was ganz anderes.

Auffällig ist in letzter Zeit, dass CEV offenbar das Immunsystem derart schwächt, dass es häufig zu schweren, bakterielle Erkrankungen im ganzen Koi-Bestand kommt. Ausfälle weit über 50% sind keine Seltenheit.

Wichtig für meine Arbeit draußen: Egal wie sich die Erkrankung künftig nennt – man muss irgendwie versuchen, mit ihr umzugehen.

 

 

Seit kurzem liegt mir ein Schreiben der TiHo mit folgendem Satz vor:

„Eventuell Zusammenhang mit der Frühjahrssterblichkeit der Karpfen“.

 


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EMS – Energiemangelsyndrom

Hier eine kurze Erklärung, wie ein Energiemangelsyndrom entsteht und wie es sich auswirkt:

EMS = Energiemangelsyndrom

WT = Wassertemperatur

Koi haben einen Energiespeicher – bildlich betrachtet eine Art Akku. Dieser muss hauptsächlich über zwei Faktoren geladen werden:

Erstens: Über die für einen ausreichenden Stoffwechsel notwendige Wassertemperatur. Ab 16°C WT aufwärts und eine möglichst lange Zeit über 23°C.

Zweitens: Über die Nahrungsaufnahme. Hier spielt die Frische und die Qualität des Futters und die Anreicherung von Omega 3-Fettsäuren gerade im Herbst eine mit entscheidende Rolle.  

Diese Akkuladung wird wie folgt beeinträchtigt:

  • Temperaturen unzureichend,
  • altes oder minderwertiges Futter (und da reden wir nicht von Marke und Preis),
  • Neuzugänge,
  • parasitäre Probleme,
  • bakterielle Probleme,
  • Ablaichvorgänge,
  • schlechte Wasserwerte,
  • sinnlose Wasserzusätze,
  • Algenmittel,
  • Umbauarbeiten am oder im Teich, gärtnerische Tätigkeiten usw, usw..  

Dann kommt der Herbst und die WT sinkt. Dem Fisch ist es dabei egal, ob außerhalb seines Lebensraums viel oder wenig Schnee liegt. Es ist ihm auch egal, ob in unserer Umwelt +2°C oder –15°C herrschen. Entscheidend ist für den Fisch in erster Linie seine Wassertemperatur.

Nach einem in unserer Umwelt milden Winter hört man gerne folgenden Satz:

„Wieso EMS – wir hatten doch gar keinen harten Winter“.

Das ist ein Trugschluss, weil:

Unter 8°C WT wird wohl Futter aufgenommen, aber energietechnisch nicht verwertet. Das bedeutet: Koi kommt in Bewegung und frisst, aber verbraucht für die Aufnahme und Verdauung mehr Akkukapazität, als er Energie aus dem aufgenommenen Futter gewinnen kann. Je nach den oben genannten Faktoren geht der Energiespeicher früher oder später gegen Null.

Folge oder anders ausgedrückt: Ein Energiemangelsyndrom.

Was passiert nun:

Ein Karpfen stellt zu diesem Zeitpunkt seinen Energiehaushalt um auf eine Art Notversorgung innerer Organe.

Folge: Schleimhäute und Kiemen werden unterversorgt. Gewebe stirbt ab und abgestorbenes Gewebe neigt zur Verpilzung.

Für den Koihalter sichtbar: Der Koi liegt am Teichboden oder treibt an der Wasseroberfläche und atmet schwer. In Teichen mit Flachwasserzonen wird er diese bei Sonnenschein aufsuchen um Wärme zu gewinnen. Ebenfalls ein sicheres Anzeichen ist die Futterverweigerung.

Ein weiterer Punkt im Rahmen des Energiemangels:

Unterversorgung der Nieren. Für den Koihalter sichtbar: Glotzaugen oder/und beidseitige vom Kopf Richtung Schwanz beginnende Schuppensträube. Also Bauchwassersucht. ???Ansteckend???  Nein – nicht im frühen Stadium.

 

Abhilfe bei den ersten optischen Symptomen eines EMS:

So viel wie irgendwie möglich der oben aufgeführten Beeinträchtigungen abstellen. Das bedeutet gleichzeitig, dass das Kind bereits in der vergangenen Koi-Saison in den Brunnen fiel und im Nachhinein so gut wie nix mehr zu machen ist. Leider.

Manchmal hilft noch die Zugabe von Salz oder Chloramin-T im gesamten Teich in einer Dosierung von 2-2,5gr/m³, oder in Härtefällen Einzelbäder mit einer Dosierung von 1gr Chloramin-T auf 50l Wasser für 45-60 Minuten mit guter Belüftung. Wiederholung an Tag 3 und 5.

  

Fazit:

Wenn Koi mit einem Energiemangelsyndrom kämpfen, gibt es wenig Heilungschancen. Man muss in der Tat fast zusehen, was die Natur regelt und für die Zukunft versuchen gemachte Fehler abzustellen.

Sicherlich könnte man in einigen Punkten näher ins Detail gehen, aber es soll ja allgemein verständlich bleiben.

 


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Gasblasenkrankheit beim Koi – Gasdruck im Wasser

…und ihre häufig falsch eingeordneten Auswirkungen:

Atmosphärische Luft ist ein Gemisch mit den Hauptbestandteilen Stickstoff, Sauerstoff, Argon und Kohlendioxid.Dringt z.B. Luft in eine teichwasserführende Pumpleitung einer Filteranlage ein, so geht nicht nur der 20,9%ige Sauerstoffanteil,sondern auch der 78%ige Stickstoffanteil in Teillösung. Dauerbelastungen mit Gasüberdruck quittiert der Fisch mit Läsionen, Embolien, auf jeden Fall aber mit erheblichen Schwächungen der Immunabwehr.

Erste Anzeichen bei leichten Übersättigungen: Die Koi wirken sehr träge und reagieren mit Fressunlust. Zum Abend wird dieses Verhalten dann etwas besser.

Häufig tritt eine Gasübersättigung auch an Teichen mit gepumpter Skimmerleitung oder übertriebener, feinperliger Tiefenbelüftung auf. Vorsicht auch bei Sauerstoffkonzentratoren deren routinemäßige Wartung nicht gegeben ist, oder dort wo die Sauerstoffkonzentration über den verträglichen 115% liegt.

Problem1: Die schützende Schleimhaut der Fische wird ab dem Seitenlinienorgan aufwärts geschädigt und der Fisch ist “offen” für die üblichen Krankmacher wie Parasiten, Bakterien, aber auch die UV-Strahlen der Sonne. In der Farbkarpfen-Branche werden die Krankheitssymptome fälschlicher Weise als Sonnenbrand deklariert und wir kommen zu

Problem 2: Man kümmert sich um Folgeerkrankungen und die eigentliche Ursache bleibt weiter unerkannt.

Eine Gasübersättigung konnte bisher messtechnisch nur sehr schwer und sehr unpräzise bestimmt werden. Herr Rappl (Inhaber der Fa. Fisch und Wassertechnik) hat mir 2009 ein Messgerät (Saturometer) entwickelt, mit welchem ich jetzt verschiedene Gase sowie den Gesamtgasdruck des Wassers exakt bestimmen kann.

Gasblasenkrankheit bei Koi:

   


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Tumor bei Koi

 

In diesem Thema beschreibe ich meine Erfahrungen zum Thema. Alles ohne wissenschaftliche Hintergründe und – ich hoffe – für jeden verständlich geschrieben.

Oft hört man Begriffe wie Überzucht, genetisch bedingt, Giftstoffe in Futtermittel oder im Wasser.

Grundsätzlich handelt es sich bei einem Tumor um eine krankhafte Gewebeveränderung.

 

Vorerst ein paar Denkanstöße um die Hintergründe zu verstehen:

  • 2012 wollte ich der stark zunehmenden Anzahl an Tumoren bei Koi auf den Grund gehen. Ich war ich an einem Teich, in dem auffällig viele Koi an Bauchraumtumoren verstarben. Eine Laboruntersuchung ergab Spuren von giftigem Klärschlamm in den Ausscheidungen.

In diesem Fall stelle ich folgende Frage: Sollte es tatsächlich Futtermittel am Markt geben, welche mit Abfallstoffen der Industrie hergestellt werden? Muss man wirklich Koifutter kaufen, welches in z.B. China, Polen, Tschechien… hergestellt wird?

 

  • Dann ein weiterer Teich, in dem ebenfalls auffällig oft Koi an Bauchraumtumoren verstarben. Hier ergab eine Laboruntersuchung Spuren von Spritzmitteleinträgen im Teichwasser. Folglich gab man hier einem benachbarten Landwirt die Schuld, welcher wahrscheinlich heute noch mit den Umweltbehörden zu kämpfen hat.

Gefährdet sind hier laut meinen Notizen vor allem Koiteiche in Regionen mit Hopfen- oder Weinanbau. Klar – hier wird mit sogenanntem Pestizidnebel gearbeitet.

 

  • Zu Schadstoffeinträgen zählen auch vom Tierbesitzer  zugesetzte Wirkstoffe/Chemikalien gegen Parasiten, bakterielle Erkrankungen oder auch Wirkstoffe gegen Algen.

Aber was soll man machen, wenn ein neuer Koi Ichthyo (Weißpünktchenkrankheit) auf den Altbestand übertragen hat. Es folgt in solchen Fällen eine Mehrfachbehandlung mit dem Wirkstoff Malachitgrün-Oxalat. Eine nachgewiesen hoch krebserregende Chemikalie, die fälschlicherweise heute noch prophylaktisch als sogenannte Frühjahrskur im Koiteich von „Fachleuten“ empfohlen wird.

 

  • In den sozialen Medien liest man Tipps über die Verabreichung von Antibiotika und mischt dies über Futtermittel oder gar in den ganzen Teich. Letztlich landet auch das wieder über Wasserwechsel in der Kanalisation oder im Grundwasser.
  • Man kleidet seine Teiche mit giftigen Materialien aus und bewegt Kunststoffteilchen im biologischen Filter, bis es aufgerieben ist. Es gibt Mikroplastik nicht nur in den Weltmeeren.
  • Wir setzen uns Fische in den Teich, welche unweit einer atomaren Katastrophe gezüchtet werden.

Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen, aber für Gedankenanstöße reicht das erst mal.

Nach einigen Laboruntersuchungen von Koi mit Bauchraumtumoren stellte ich das Projekt ein, denn die Ursachen waren zu unterschiedlich oder eben komplett ergebnislos. Außerdem war es für meinen Geldbeutel auf Dauer zu teuer. Aber jedes Jahr, wenn ich mein Notizbuch in die Statistik übertrage, Graust mir vor der steigenden Anzahl.

Und es blieben die Fragen:

Genetisch oder doch die Überzüchtung? Oder doch die Schadstoffe?

Betrifft es Nachzuchten oder die Nachzuchten der Nachzuchten – also Inzucht?

Oder ist es die Überzucht, also die hochwertigen japanischen Koi?

Oder sind es doch diverse Chemikalien – wissentlich oder unwissentlich eingetragen?

Vermutlich trägt all dies zum Übel bei, aber die Alleinschuld würde ich keinem dieser Punkte geben.

Tumore bei Koi kann man grob in drei Arten aufteilen:

•          Bauchraumtumore

•          Kiemenhöhlentumore

•          Hauttumore

 

Bauchraumtumore:

Bauchraumtumore machen in meiner Statistik einen Anteil von 90% aus. Zu erkennen an einer deutlichen Volumenzunahme des Fisches in einem Zeitraum von 4-8 Wochen.

Betroffen sind zu 98% weibliche Koi.

In meinen Augen zeichnet sich folgendes Bild ab: Als ich mit Koi begann, spielten Tumore eine untergeordnete Rolle bei Koi-Krankheiten. Zu dieser Zeit waren es überwiegend bakterielle Probleme, welche die Koi-Bestände reduzierten. Man fand die Schuld in der Art wie Teiche gebaut wurden: Flachwasserzone mit Pflanz- und Schilfbereich, Tiefzone, Mehrkammerfilteranlagen, keine Bodenabläufe im Teich. Also sogenannte Brutstätten für krankmachende Keime und Bakterien.

Somit wurde in den letzten Jahren beim Koi-Teichbau vieles verändert.

Man baut heute überwiegend sterile Becken mit schmutzabscheidenden Filteranlagen und die bakteriellen Erkrankungen gingen drastisch zurück. Seit dieser Zeit steigt jedoch die Anzahl der Tumore.

Ich ziehe daraus folgenden Schluss: Die Koi laichen in den sterilen Becken nur noch selten bis gar nicht. Normalerweise kein Problem, denn der weibliche Koi resorbiert seinen Laich. Nun bin ich mir nicht sicher – ob ein weiblicher Koi dies jedes Jahr kann, oder ob das nur ein Notmechanismus des Koi ist? Oder – ob manche weibliche Koi diese Fähigkeit erst gar nicht besitzen? In den neuen Teichanlagen wird mangels Pflanzen und Fäulnisbereichen auch kein Nitrat mehr abgebaut. Das Wasser wirkt optisch sehr sauber und viele Koi-Besitzer reduzieren die Wasserwechsel und somit die einzige Möglichkeit Nitrat und Phosphat zu senken. Auch hier könnte eine Verbindung sein.

Gut möglich, dass aus nicht abgesetztem Laich in Kombination mit hohen Nitratwerten der Bauchraumtumor seinen Anfang findet.

Eine Entfernung von Bauchraumtumoren gelingt so gut wie nie. Zumindest langfristig betrachtet macht es also keinen Sinn einen „Tumor-Koi“ nach der Diagnose am Leben zu erhalten.

In meine Befunde schreibe ich in solchen Fällen folgendes: Ein Koi mit allen optischen Anzeichen für einen Ovarialtumor. Eine nähere Untersuchung und eine Punktion ergaben, dass der gesamte Bauchraum eine für diese Erkrankung typisch, gelbliche Flüssigkeit enthält. Diese Tumore sind nicht heilbar. Der Koi musste aus dem Besatz entfernt und getötet werden. Für diesen Fisch bestand keine Heilungsmöglichkeit.

Beispiele:

 

 

Kiemenhöhlentumore:

Kiemenhöhlentumore machen in meiner Statistik einen Anteil von 4% aus. Häufig werden sie vom Teichbesitzer erst erkannt, wenn ein Koi kein Futter mehr aufnimmt und/oder einen Kiemendeckel abspreizt. In manchen Fällen kann man diese Geschwulste dauerhaft erfolgreich entfernen.

Beispiele:

    

 

 

 

 

Hauttumore:

Hauttumore machen in meiner Statistik einen Anteil von 6% aus. Zu erkennen an flächigen Belägen am Fischkörper oder knotenartigen Wucherungen an Maul, Flossen oder Körper.

Bei Hauttumoren sehe ich eine klare Verbindung zu Karpfenpocken. In den allermeisten Fällen waren diese Tumore in den ersten Lebensjahren betroffener Koi Karpfenpocken. Auch spielt starke Sonneneinstrahlung in Verbindung mit klarem Wasser eine Rolle.

Beispiele:

    

 

Ein paar Jahre hatte ich Koi mit Tumoren in mein Notizbuch eingetragen und in eine eigene Tabelle übertragen:

 


 

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Kreuzverkeimung  

der anders ausgerdrückt:

Wenn ein paar Tage nach einem Neuzugang entweder der ganze Bestand, oder nur der Neuzugang erkrankt!

„Bei meinem Eintreffen standen die Fische des Altbesatzes komplett zurückgezogen am Teichboden oder trieben apathisch mit der Strömung. Auffällig: Zwei Neuzugänge sind sichtlich sehr aktiv und machen augenscheinlich einen absolut gesunden Eindruck.  

Da die relevanten Wasserwerte in Ordnung und die Haut- und Kiemenabstriche keine Hautparasiten ergeben, ist von einer Kreuzverkeimung auszugehen, welche höchst wahrscheinlich durch einen Koi-Kauf ausgelöst wurde“.

Diesen Text muss ich in den letzten Jahren immer häufiger in Befunde schreiben, als dies noch vor ein paar Jahren der Fall war.

Bei einer Kreuzverkeimung gibt es zwei unterschiedliche Verlaufsformen:

Szenario 1:

In den letzten Jahren hat sich in Sachen Koi-Teichbau und der dazugehörigen Filterung sehr viel getan. Vlies- und Trommelfilter, leistungsfähige UV- und Ozonanlagen, aber auch prophylaktische Zugabe von Desinfektionsmittel sorgen dafür, dass das Lebensumfeld der Koi immer „keimreduzierter“ wurde.

Naturell besitzt der Koi eine gewisse Abwehrkraft gegenüber fremder Keim- und Bakterienstämme, wenn er jedoch diese Abwehrkraft nicht benötigt, baut er sie ab.

Szenario 2:

Es wurde über mehrere Jahre kein neuer Fisch dem Teichbesatz zugesetzt. Auch dann baut der Koi die Abwehrkraft gegenüber Fremdkeimen ab. Hat sie ja die letzten Jahre nicht benötigt.

Dann wird ein Neuzugang mit eigenem Bakterienstamm eingepflegt und es beginnt folgende Reaktion: Unterschiedliche Bakterienstämme treffen aufeinander und der Stärkere gewinnt. Sieger ist meist der Neuzugang.

Egal ob nun Szenario 1 oder 2 zutreffend – wenn man es nicht frühzeitig erkennt, ist eine Kreuzverkeimung gnadenlos, bis hin zum Totalausfall des kompletten Altbestandes.

 

Wichtig zur Diagnose: Es erkranken nie beide Parteien. Es trifft also entweder den Altbestand oder nur den Neuzugang.

Die ersten Anzeichen für eine drohende Kreuzverkeimung zeigen sich in der Regel bereits zwei Tage nach dem Einsetzen eines oder gar mehrerer neuer Koi.

Zu diesen Anzeichen zählen:

  • Rötungen/Äderungen in weißen Hautbereichen
  • am Teichboden absitzen, Flossenklemmen
  • eingefallene Augen
  • seitlich kippen
  • Fisch spürbar ohne Schleimhaut
  • Futterverweigerung
  • nekrotische Kiemen

Wenn dieser Verdacht besteht, sollten sie nicht zögern, keine Zeit verlieren und fachmännische Hilfe an den Teich bestellen. Man kann die Geschichte relativ gut und verlustfrei in den Griff bekommen.

 


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Hikui – Erkrankung roter Hautpigmente

  • Text folgt demnächst

 

    


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Leichengase im Teichwasser

  • folgt demnächst

 


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Meine Erfahrungen über einen angeblich gefährlichen Wassertemperaturbereich 8 – 12°C

Wenn überhaupt was dran sein sollte, dann würde ich es so formulieren:

Im Herbst sieht die Geschichte anders aus wie im Frühjahr.

Häufig werde ich an den Teichen auf die Gefahren angesprochen, ob ein Koibesatz zwischen 8-12°C Wassertemperatur gesundheitlich gefährdet ist?  

Klar gehen die Meinungen auseinander und so kann ich diese Frage nur aus meinen Erfahrungswerten heraus beantworten:  

Es gibt diesen angesprochenen Temperaturbereich bekanntlich zweimal im Jahr.

Herbst:

Im Herbst kommt der Fisch (im Normalfall) mit gestärkter Abwehrkraft aus einem für Koi idealen Temperaturbereich des Sommers. Der Fisch steht noch gut im Futter und selbst ein eventuell vorhandener Parasit wird vom Koiliebhaber nicht wahrgenommen. Der Fisch verhält sich “gesund” und die Welt scheint in Ordnung.

Wenn im Herbst Probleme auftreten, dann schon viel früher und zwar dann, wenn die Wassertemperatur den ersten Schritt nach unten geht. In diesen Einzelfällen (häufig Neuzugänge und diese meist 50cm+) sind es häufig Nierenprobleme (Bauchwassersucht).

Frühjahr:

Im Frühjahr sieht die Geschichte dann komplett anders aus:

Der Fisch kommt aus dem Winter. Vielleicht aus einem sehr langen Winter.

(Ob ein Winter temperaturmäßig nun hart oder nicht so hart ist, sollte egal sein, denn für einen Koi ist jeder Winter lang. Der Fisch hat in unbeheizten Teichen 7 oft 8 Monate mit Wassertemperaturen klarzukommen, in denen das Immunsystem der Koi nicht arbeitet und dessen Körper im Energiesparmodus läuft).

Hier nur ein paar Punkte, warum die 8-12°C im Frühjahr für Koi-Fischlein unangenehm oder “gefährlich” erscheinen:

  • Lange Kaltphase,
  • Ernährungsmangel bzw. Mangelernährung,
  • Laichproduktion,
  • im Herbst nichtbeachteter Parasitenbefall,
  • Entfernung der Winterabdeckung,
  • menschliches herum Getrampel am Teichrand bei den ersten Sonnenstrahlen,

Wenn der Fisch jetzt auch noch kurz absitzt oder einen Sprung über die Wasseroberfläche wagt, wird der Besatz auf Anraten geschäftstüchtiger Gewerbetreibender mit dem im Regal lagernden formaldehydhaltigen “Allheilmitteln” (Frühjahrskur nennen die das) begossen und das Elend nimmt seinen Lauf.   Sorry, wenn sich jetzt jemand angesprochen fühlt, hat es den richtigen getroffen. Wer sich nicht angesprochen fühlt hat anders und somit richtig gehandelt.

Fassen wir zusammen:

Im Herbst macht der “gefährliche Temperaturbereich” nur dann Probleme, wenn bereits im Saisonverlauf was aus dem Ruder lief.

Im Frühjahr ist in den häufigsten Fällen der Koi-Besitzer dran schuld und die Probleme sind hausgemacht.

In Ausnahmefällen gibt es keinen Schuldigen und es passiert was passiert. Wenn man ab und zu seine Fische beobachtet und im Zweifelsfall ein paar Euro nicht zu viel sind, bekommt man das Problem mit gezielten Maßnahmen stets gut in den Griff.

Mein Fazit:

Lasst die Fische und dessen Umfeld im Herbst und im Frühjahr von jemanden angucken der weiß was er tut, dann halten sich größere Probleme stark in Grenzen. Auch wenn mancher die Koihaltung schon gewisse Zeit betreibt, schadet der “andere Blickwinkel” nicht und deckt nicht selten Sachen auf, welche einem selbst verborgen waren.

 


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 Langzeitsalzbad

Ein Langzeitsalzbad wird bereits geschwächten Fischen verabreicht, um sie zu stabilisieren.

Ein Salzbad hat auch eine antiparasitäre Wirkung und hilft gegen Verpilzungen im Anfangsstadium. Sehr bewährt bei Bauchwassersucht/Nierenentzündung, bakteriellen Infektionen, sehr geschwächten Fischen und gilt oftmals als letzte Hoffnung.

Anleitung:

7-8gr Salz je Liter für mindestens 10 Tage Behandlungsbecken mit temperaturgleichem Leitungswasser (nicht Teichwasser) füllen und folgende Reihenfolge einhalten:

Fisch rein, Salz rein, Fisch rührt selbst um, Wasser stets gut belüften, Fisch absolut dunkel hältern, Fische gegen rausspringen schützen, tägliche oder min. 2-tägige 50% Frischwasserwechsel mit temperaturgleichem Wasser, Salzgehalt und Temperatur in Wechselwasser beibehalten, Futter nur ganz wenig und nur, wenn der Fisch auch Futter aufnimmt.

Tip: Einen weiteren Behälter mit frischem Leitungswasser füllen und dies bei den Wasserwechsel verwenden.

Als Salz verwenden sie bitte unjodiertes Salz. Geeignet ist Steinsalz (Metro – 20kg – ca. 8€) und/oder Viehsalz aus den Lagerhäusern.

Die Wassertemperatur muss nicht hoch sein, darf jedoch auf keinen Fall durch Wasserwechsel nach untern fallen.

Sollte der Fisch nach 5-6 Tagen die Schuppen anlegen, sollte der Salzgehalt noch ein paar Tage stabil gehalten werden. Erst dann wird über mehrere Tage mittels Wasserwechsel ohne Salz-Nachdosierung ausgesalzen.


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Kurzzeitsalzbad

Ein Kurzzeitsalzbad wird bereits geschwächten Fischen verabreicht, um sich zu stabilisieren.

Es hat zusätzlich eine antiparasitäre Wirkung und hilft gegen Verpilzungen im Anfangsstadium.

Kurzzeitsalzbad:

10-15 Gramm je Liter für 15-20 Min

Behandlungsbecken stets gut belüften.

Fische gegen rausspringen schützen.

Kippt der Fisch zu Seite, sollte man ihn  in den Teich zurück setzen.


Meine Empfehlung und mein gut gemeiter Rat kann nur wie folgt lauten:

Melden sie sich zu den von mir angebotenen Routineuntersuchungen im Herbst an und sparen sie nicht an dieser so wichtigen Stelle, denn die meisten Probleme im Frühjahr waren verschleppte Probleme der vergangenen Saison.