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Tumor bei Koi
In diesem Thema beschreibe ich meine Erfahrungen zum Thema. Alles ohne wissenschaftliche Hintergründe und – ich hoffe – für jeden verständlich geschrieben.
Oft hört man Begriffe wie Überzucht, genetisch bedingt, Giftstoffe in Futtermittel oder im Wasser.
Grundsätzlich handelt es sich bei einem Tumor um eine krankhafte Gewebeveränderung.
2012 wollte ich der stark zunehmenden Anzahl an Tumoren bei Koi auf den Grund gehen, aber vorerst ein paar Denkanstöße um die Hintergründe zu verstehen:
- Beispiel 1: Ich war an einem Teich, in dem auffällig viele Koi an Bauchraumtumoren verstarben. Eine Laboruntersuchung ergab Spuren von giftigem Klärschlamm in den Ausscheidungen. Frage: Sollte es tatsächlich Futtermittel am Markt geben, welche mit Abfallstoffen der Industrie hergestellt werden?
- Beispiel 2: Ein weiterer Teich mit auffällig vielen Bauchraumtumoren. Laboruntersuchung: Spuren von Spritzmitteleinträgen. Gefährdet sind laut Notizen vor allem Koiteiche in Regionen mit Hopfen- oder Weinanbau.
- Beispiel 3: Zu Schadstoffeinträgen zählen auch vom Tierbesitzer zugesetzte Wirkstoffe/Chemikalien gegen Parasiten, bakterielle Erkrankungen oder Algen.
Weitere Denkanstöße:
- In den sozialen Medien liest man Tipps über die Verabreichung von Antibiotika über Futtermittel oder gar in den ganzen Teich.
- Man kleidet Teiche mit giftigen Materialien aus und bewegt Kunststoffteilchen im biologischen Filter, bis es aufgerieben ist.
- Wir setzen uns Fische in den Teich, welche unweit einer atomaren Katastrophe gezüchtet werden.
Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Nach einigen Laboruntersuchungen stellte ich das Projekt ein – die Ursachen waren zu unterschiedlich oder ergebnislos. Die Statistik zeigt jedoch eine steigende Anzahl.
Vermutlich trägt all dies zum Übel bei, aber die Alleinschuld würde ich keinem dieser Punkte geben.
Tumore bei Koi kann man grob in drei Arten aufteilen:
- Bauchraumtumore
- Kiemenhöhlentumore
- Hauttumore
Bauchraumtumore
Bauchraumtumore machen in meiner Statistik einen Anteil von 90 % aus. Zu erkennen an einer deutlichen Volumenzunahme des Fisches in einem Zeitraum von 4–8 Wochen. Betroffen sind zu 98 % weibliche Koi.
Als ich mit der Koi-Haltung begann, spielten Tumore eine untergeordnete Rolle. Es waren überwiegend bakterielle Probleme. Mit sterileren Becken und schmutzabscheidenden Filteranlagen gingen bakterielle Erkrankungen zurück – seitdem steigt die Anzahl der Tumore.
Möglicher Zusammenhang: In sterilen Becken laichen Koi selten bis gar nicht. Weibliche Koi resorbieren ihren Laich. Ob das jedes Jahr funktioniert, und ob hohe Nitratwerte dabei eine Rolle spielen, bleibt offen.
Eine Entfernung von Bauchraumtumoren gelingt so gut wie nie. Zumindest langfristig betrachtet macht es keinen Sinn, einen „Tumor-Koi“ nach der Diagnose am Leben zu erhalten.
Kiemenhöhlentumore
Anteil in meiner Statistik: 4 %. Häufig werden sie erst erkannt, wenn ein Koi kein Futter mehr aufnimmt und/oder einen Kiemendeckel abspreizt. In manchen Fällen können diese Geschwulste dauerhaft erfolgreich entfernt werden.
Hauttumore
Anteil: 6 %. Zu erkennen an flächigen Belägen am Fischkörper oder knotenartigen Wucherungen an Maul, Flossen oder Körper. Bei Hauttumoren sehe ich eine klare Verbindung zu Karpfenpocken. Auch starke Sonneneinstrahlung in Verbindung mit klarem Wasser spielt eine Rolle.
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