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Kreuzverkeimung
Oder anders ausgedrückt: Wenn ein paar Tage nach einem Neuzugang entweder der ganze Bestand oder nur der Neuzugang erkrankt!
„Bei meinem Eintreffen standen die Fische des Altbesatzes komplett zurückgezogen am Teichboden oder trieben apathisch mit der Strömung. Auffällig: Zwei Neuzugänge sind sichtlich sehr aktiv und machen augenscheinlich einen absolut gesunden Eindruck. Da die relevanten Wasserwerte in Ordnung sind und die Haut- und Kiemenabstriche keine Parasiten ergaben, ist von einer Kreuzverkeimung auszugehen, welche höchst wahrscheinlich durch einen Koi-Kauf ausgelöst wurde.“
Diesen Text muss ich in den letzten Jahren immer häufiger in Befunde schreiben.
Zwei Verlaufsformen
Szenario 1: Vlies- und Trommelfilter, UV- und Ozonanlagen sowie prophylaktische Desinfektionsmittel sorgen für immer keimreduziertere Lebensräume. Naturell besitzt der Koi Abwehrkraft gegenüber fremder Keim- und Bakterienstämme – wenn er sie nicht benötigt, baut er sie ab.
Szenario 2: Über mehrere Jahre kein neuer Fisch. Auch dann baut der Koi die Abwehrkraft ab. Ein Neuzugang mit eigenem Bakterienstamm trifft auf den Altbestand – der Stärkere gewinnt. Sieger ist meist der Neuzugang.
Egal ob Szenario 1 oder 2: Wenn man es nicht frühzeitig erkennt, ist eine Kreuzverkeimung gnadenlos – bis hin zum Totalausfall des kompletten Altbestandes.
Wichtig zur Diagnose: Es erkranken nie beide Parteien. Es trifft also entweder den Altbestand oder nur den Neuzugang.
Die ersten Anzeichen zeigen sich in der Regel bereits zwei Tage nach dem Einsetzen neuer Koi:
- Rötungen/Äderungen in weißen Hautbereichen
- am Teichboden absitzen, Flossenklemmen
- eingefallene Augen
- seitlich kippen
- Fisch spürbar ohne Schleimhaut
- Futterverweigerung
- nekrotische Kiemen
Wenn dieser Verdacht besteht, sollten Sie nicht zögern und fachmännische Hilfe an den Teich bestellen. Man kann die Geschichte relativ gut und verlustfrei in den Griff bekommen.
